Heute beschäftigt sich die AMÖ mit wichtigen verkehrs- und sozialpolitischen Themen, zu denen sie anlässlich der Jahrestagung 2016 kurzgefasst ihre Positionen vorstellt:

Mautharmonisierung

Die AMÖ begleitet seit Beginn die Maßnahmen der Bundesregierung zur gewerbeverträglichen Umsetzung der Mautharmonisierung. Die Realität hat gezeigt, dass die förderfähigen Maßnahmen jedoch immer mehr beschnitten werden. Die AMÖ sieht es deshalb als erforderlich an, die Mautharmonisierung im Gesetz zu verankern. Zudem ist es angemessen, die Harmonisierungsmittel zu erhöhen, wenn das Gewerbe ab 2018 rund 50 Prozent mehr Maut bezahlen soll.
  

Lkw-Maut und geplante Ausweitung der Bemautung

Vor dem Hintergrund der für 2018 geplanten Bemautung aller Bundesstraßen, fordert die AMÖ die Regierung auf, keine unterschiedlichen Mautsätze für Bundesstraßen und Autobahnen zu erheben. Die Systematik der Ermittlung der Wegekosten legt zwar nahe, die Bundesstraßen höher zu bemauten. Dies würde jedoch zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen führen und autobahnferne Unternehmen überproportional belasten, mit allen damit verbundenen negativen Folgen.

Ökologisierung des Straßenverkehrs

Die AMÖ ist der Verband eines Gewerbes, das auf den Lkw angewiesen ist, um seine Leistung zu erbringen. Deshalb sieht sie ihre besondere Verantwortung, bei der Ökologisierung des Straßenverkehrs mitzuwirken. Denn die intakte Umwelt ist eine wichtige Grundlage für gesellschaftlichen Wohlstand und Lebensqualität. Hier wurde in der Vergangenheit auch schon vieles erreicht: So haben viele Möbelspediteure im Vertrauen auf die politischen Entscheidungen in einen modernen Fuhrpark investiert, um die Voraussetzungen der grünen Feinstaubplakette zu erfüllen. Sie haben dazu beigetragen, die Stickstoffoxid- und Feinstaubbelastung in den Innenstädten zu reduzieren. Die von den Umweltministern von Bund und Ländern geplante, neue, blaue Plakette, käme nun einem faktischen Verbot von Dieselfahrzeugen in diesen Bereichen gleich. Sie würde in den Speditionen viele gerade getätigte Investitionen auf einen Schlag wertlos machen. Das würde die Möbelspeditionen vor erhebliche Probleme stellen, ihre Kunden in Innenstadtbereichen sicher, schnell und zuverlässig zu bedienen.Die AMÖ weist außerdem darauf hin, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der Ökologisierung des Verkehrs nicht aus dem Blickfeld geraten darf. Bei der Vermeidung einer Tonne CO2 dürfen keine höheren Kosten entstehen als es dem rechnerischen volkswirtschaftlichen Schaden entspricht, der durch die gleiche Menge CO2 verursacht wird. Die Ansätze, um CO2-Emissionen zu vermindern und zu vermeiden sind technologieoffen zu gestalten, um es der jeweils effizientesten Technologie zu ermöglichen, sich im Wettbewerb durchzusetzen. Nur diese Technologieoffenheit bietet die Voraussetzung, dass die Lösungen auch wirtschaftlich nachhaltig sind.

Lohn- und Sozialdumping

Es ist nicht wegzudiskutieren, dass es aufgrund illegaler Kabotage zu Wettbewerbsverzerrungen in der Verkehrswirtschaft kommt. Das führt zum einen zu nicht hinzunehmenden Belastungen des Personals und zum anderen zu Wettbewerbsnachteilen für die seriös wirtschaftenden Unternehmen im Inland. Hier brauchen wir eine Gesetzesänderung, die nach Möglichkeit dazu führt, dass auch Mautdaten genutzt werden können. Damit wäre sehr einfach nachzuweisen, welche Fahrzeuge aus dem Ausland sich wann, wo und wie lange im Inland aufhalten. Ergänzt um ein elektronisches Anmeldeverfahren im Rahmen der Mindestlohnregelungen könnte so auch nachvollzogen werden, ob ausländische Fahrzeuge nicht sogar im Inland steuerpflichtig wären. Dem Abbau sozialer Standards könnte so wirksam begegnet werden.

Personal und Professionalisierung

Die AMÖ begrüßt, dass sich das Bundesverkehrsministerium auch auf Leitungsebene des Themas Fahrermangel annimmt. Es ist erforderlich, Seiteneinsteigern den Start in den Beruf zu erleichtern und zu ermöglichen. Dazu könnte zum Beispiel die Bundesagentur für Arbeit die Kosten für den Erwerb des Führerscheins und der Qualifikation nach Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) fördern.

Verbraucherschutz

Der Verbraucherschutz ist ein wichtiges Thema für die AMÖ, wenn es darum geht, die Ansprüche der Umziehenden an einen fairen, fachmännischen Umzug ohne Schäden und zu den vorher vereinbarten Konditionen zu erfüllen. Doch leider tummeln sich auf dem Umzugsmarkt immer wieder „schwarze Schafe“, die Kunden mit Billigangeboten ködern. Auch toll gemachte Internetseiten können täuschen. Umziehende, die sich an einen Betrieb mit AMÖ-Zertifikat wenden, bekommen damit die Sicherheit, dass ihr Umzug vom Fachmann in höchster Qualität vorbereitet, durchgeführt und abgewickelt wird. Sie vermeiden das Risiko, auf einen unseriösen Anbieter hereinzufallen. Unternehmen mit AMÖ-Zertifikat können auf der Seite www.umzug.org nach Postleitzahlen selektiert werden.

Die AMÖ vergibt das Zertifikat seit über 25 Jahren an Mitgliedsunternehmen, die zur Selbstverpflichtung und deren Überprüfung bereit sind. Seit 2014 wird die Überprüfung von einer neutralen Zertifizierungsstelle durchgeführt. Die Zertifikate enthalten neben Namen und Anschrift des Unternehmens das Logo mit dem rollenden AMÖ-Känguru und dem Schriftzug „Qualitätskontrolle durch SVG-Zert“ sowie eine individuelle Zertifikatsnummer. Das Zertifikat wird jeweils zu Beginn des Jahres für das laufende Jahr verliehen. Die begleitende Qualitätskontrolle wird von der SVG-Zert durchgeführt.

Die ausgezeichneten Betriebe haben sich selbst über die fachliche Kompetenz, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit hinaus zu einer umfassend hohen Qualität ihrer Dienstleistungen verpflichtet. Die mit dem AMÖ-Zertifikat ausgezeichneten Spediteure verpflichten sich, als ordentlicher Kaufmann zu handeln: Sie beraten gründlich und umfassend und erstellen übersichtliche und detaillierte Angebote sowie Rechnungen. Als Umzugsberater, Transportleiter und Packer werden nur Fachleute mit geeigneter und sicherer Technik und Geräten sowie umweltverträglichen Verpackungsmaterialien eingesetzt. Sollte es dennoch zu Meinungsverschiedenheiten mit dem Kunden kommen, wirken die Betriebe an einem Einigungsverfahren mit und folgen dem Spruch der Einigungsstelle der AMÖ.


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Veröffentlicht
13:09:13 21.06.2016
Kruse